Linke Gewalt

steht nicht zur Debatte

Es hat etwas Gutes, dass der rote Mob sich am 1. Mai von seiner schlimmsten Seite gezeigt hat und uns daran erinnert, was droht, wenn man linksextremistischen Tendenzen nicht entgegenwirkt. Könnte man sagen. Man könnte aber auch links und rechts vertauschen. Dann wird daraus Qualitätsjournalismus.

Bei KA-News aus Karlsruhe verblüfft Denis Elbl mit einer verblüffenden Logik: Über linksextreme Gewalt muss man nicht diskutieren, weil darüber nicht diskutiert werden muss:

Und wieder Gewalt zum 1. Mai. Die traditionellen “Maifestspiele” in Berlin fielen in diesem Jahr zwar wie schon in den letzten Jahren vergleichsweise ruhig aus, dafür lieferten sich Rechte und Linke in Hamburg heftige Straßenschlachten. Die dortige Polizei glaubt gar: Ohne ihr Einschreiten hätte es Tote gegeben. Bemerkenswert: Anders als sonst habe es bei den Rechten “kein legalistisches Verhalten” gegeben, die NPD-Anhänger hätten Anweisungen der Polizei nicht befolgt. Spätestens seit diesen Krawallen sollte jedem in der Fächerstadt klar sein, wogegen Oberbürgermeister Heinz Fenrich und andere kämpfen.

Fraglos: Auch die Links-Autonomen, mit denen sich die Rechten in Hamburg am 1. Mai wüste Schlachten geliefert haben, sind keine Kinder von Traurigkeit. Aber es sind nun einmal nicht die Umtriebe linksextremistischer Kreise, über die in Karlsruhe derzeit diskutiert werden muss, sondern bekanntlich die Bemühungen um ein NPD-Zentrum.

Da ist es keinesfalls das “reflexartige Geheul linker Gutmenschen”, wenn sich alle demokratischen Kräfte dagegen zur Wehr setzen, dass eine Partei, die Menschen um sich schart, die ganz offensichtlich vor brutaler Gewalt nicht zurückschrecken, mittels eines “Nationalen Zentrums” in Karlsruhe Fuß zu fassen versucht (wobei am Rande die Frage erlaubt sein muss, wohin es eine Gesellschaft gebracht hat, die den Begriff “Gutmensch” als Schimpfwort betrachtet).

Die rechte Szene ist heute vielschichtiger organisiert denn je. Ob ihrer Uniformierung leicht zu identifizierende Nazi-Glatzen gibt es immer weniger. Insofern hat es sogar etwas Gutes, dass der braune Mob sich am 1. Mai von einer seiner schlimmsten Seiten gezeigt hat und uns daran erinnert, was droht, wenn man rechtsextremistischen Tendenzen nicht entgegenwirkt. Und gut, dass die gesellschaftlich relevanten Kräfte in Karlsruhe dies offenbar auch verstanden haben.

Solange man sich angesichts der von Linksextremisten angerichteten Schäden nicht zur Wehr setzt, dass Parteien, Gewerkschaften, Kirchen und Journalisten Menschen um sich scharen, die ganz offensichtlich vor brutaler Gewalt nicht zurückschrecken, ist es kein Wunder, dass die übrige Gesellschaft den Begriff “Gutmensch” als Schimpfwort betrachtet. Schlimmer als das ist: Es zerstört die Bereitschaft der Bürger, die freie Gesellschaft gegen ihre Feinde von rechts und links zu verteidigen, wenn man mit gutmenschlicher Einäugigkeit die Verbrechen der einen Seite verharmlost, weil man sie mit klammheimlicher Freude als verbündete große Brüder im Kampf gegen die andere Seite betrachtet.

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